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“Die rote Wunderblume” – viele Hände sind beteiligt


Wer hat denn alles an dem neuen Buch “Die rote Wunderblume” mitgewirkt?

Auf diese Frage möchten wir hier einmal eine Antwort geben. Am Beispiel unseres neuen Buches möchten wir alle daran Beteiligten kurz vorstellen.

 

Der Autor

Das Märchen stammt von dem russischen Schriftsteller Sergej T. Aksakov, der im 19. Jahrhundert lebte. Die rote Wunderblume ist das Werk von Aksakov, das am meisten herausgegeben wurde und somit auch sein berühmtestes. Aksakovs besondere Begabung liegt in der Natur seiner Sprache, die einfach, volkstümlich und ausdrucksvoll ist. Das beste Beispiel dafür ist das Märchen Die rote Wunderblume. Zum ersten Mal wurde das Märchen im Jahr 1858 von Aksakov veröffentlich, als Teil seines biographischen Werks Die Kinderjahre Bagrows des Enkels. Nach seinen eigenen Angaben hätte Aksakov das Märchen zum ersten Mal in seiner Kindheit, während einer langen Krankheit von der Hauswirtschafterin Pelageja, gehört. Später hat er das aus seiner Erinnerung heraus aufgeschrieben. Sergej T. Aksakov war Sohn eines Adeligen und verbrachte viele Jahre auf dem Landsitz seiner Eltern, später erbte er das Gut und lebte dort mit seinen eigenen Kindern. Das Leben auf dem Land weckte in ihm die Liebe zur Natur. Die Natur ist immer ein wichtiger Bestandteil seiner Werke, die nicht nur in Russland berühmt sind, sondern auch ihm auch weltweit Ansehen gebracht haben und zur Weltliteratur gehören. (Quelle und Foto: Wikipedia)

 

Der Übersetzer

Die Besonderheit des Märchens liegt in seiner volkstümlichen, musikalischen Erzählweise, einer mündlichen Überlieferung der einfach Hauswirtschafterin Pelageja. Diese Besonderheit der Originalsprache in einer anderen Sprache wiederzugeben, ist nicht einfach und eine der vielen Herausforderungen für jede literarische Übersetzung. Aber es ist dem bekannten Übersetzer Juri Elperin gelungen, genau diese Meisterleistung zu vollbringen. Als die Idee aufgekommen war, die rote Wunderblume zu verlegen, sind uns einige Übersetzungen in die Hände gekommen, aber keine war nur annähernd so gut und so nah am Original wie die von Herrn Elperin. Wir haben nun mehrmals dieses Märchen gelesen und sind trotzdem jedesmal aufs Neue von der Sprache und ihrer Musikalität fasziniert, man ist jedes mal aufs Neue gefesselt und kann nicht aufhören zu lesen. Manch einem wird die ein oder andere Wortwahl des Übersetzers altbacken vorkommen. Wir sind aber der Meinung, dass gerade darin der Reiz liegt und die Authenzität gewahrt bleibt. Das Märchen wird ja von einer alten, einfachen Frau erzählt, mal ganz davon abgesehen, dass so auch die Sprache des Originals ist und in der Übersetzung so wiedergegeben werden muss. Wir sind der Meinung, dass nicht jedes alte Wort durch ein modernes ersetzt werden muss. Worte, die man heute nicht mehr oder ganz selten hört, z. B. Kemenaten für Zimmer, Pfühl für Kissen oder Gespons für Bräutigam bzw. Ehemann bleiben lebendig und bereichern den Wortschatz der Sprache.

Juri Elperin wurde 1917 in Davos (Schweiz) in einer jüdischen Familie geboren. 1922 siedelte die Familie nach Berlin um, wo er die Volksschule und das Gymnasium besuchte. Somit wächst Herr Elperin mit Deutsch als seine Muttersprache auf und behauptet felsenfest, dass man nur in seine Muttersprache richtig übersetzen kann. 1933 musste die Familie für zwei Jahre nach Paris umziehen und war anschließend gezwungen, in die ehemalige Sowjetunion zu gehen. In Moskau besuchte Juri Elperin die deutschsprachige Karl-Liebknecht-Schule und studierte im Anschluss daran Germanistik. Ab Mitte der 50er Jahre übersetzte er zahlreiche russische Werke in die deutsche Sprache. Die Liste seiner Arbeiten ist lang. Seit dem Jahr 2000 lebt Juri Elperin mit seiner Frau wieder in Berlin und wurde neulich mit dem Bundesverdienstorden ausgezeichnet. Wir freuen uns sehr darüber und gratulieren recht herzlich zu dieser Auszeichnung und der Anerkennung des Lebenswerks von Juri Elperin (https://www.berlin.de/sen/kultur/aktuelles/pressemitteilungen/2015/pressemitteilung.249591.php). (Quelle: Wikipedia, Foto: privat)

 

Die Illustratorin

Die wunderschönen Illustrationen für das Buch lieferte Viktoria Kitavina, die wir aus einem Illustratoren-Pool im Netz auserkoren haben. Es war eine Bauchentscheidung aus einer schier unerschöpflichen Menge der Illustratoren… Die von Viktoria ausgestellten Arbeiten haben uns gefallen und uns berührt, durch ihre Farben, Motive und ihren Ausdruck. Dabei hat sie noch ganz wenig Erfahrung auf dem Gebiet der Buchillustration. Viktoria schlug einen ungewöhnlichen Weg für Ihre Karriere als Illustratorin ein. Geboren in Saratov 1989, beendete sie 2013 die medizinische Fakultät der Stadt. Sie malt schon so lange, wie sie denken kann und ein Leben ohne Malen ist für sie unvorstellbar. Malerei ist für sie auch der beste Weg zu entspannen, abzuschalten, um das ein oder andere Problem zu vergessen. Am liebsten malt sie Menschen und die Lieblingsmotive sind die Klassiker der Kinder- und Jugendliteratur sowie die russischen Volksmärchen. Das Märchen Die rote Wunderblume gehört zu den Lieblingsmärchen der Illustratorin. (Foto: Viktoria Kitavina)

 

Die Grafikerin

Den Satz und die Grafik hat eine sehr gute Bekannte Tatiana Lev übernommen. Geboren 1976 in Moskau lebt sie nun mit ihren beiden Töchtern und ihrem Mann in Dresden. Sie absolvierte 1997 das Moskauer College für Verlagswesen und Polygrafie. Anschließend war sie bei mehreren Moskauer Verlagen tätig und konnte somit eine Menge Erfahrung sammeln. Momentan ist Tatiana freiberuflich als Grafikdesignerin in Dresden tätig. Die rote Wunderblume ist auch eines ihrer Lieblingsmärchen. (Foto: Tatiana Lev)